Kritik an Bauplänen für Berufsschule: Beton nicht nur verdecken

Erbendorf. Der Fraktionsvorsitzende und Kreisrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Josef Schmidt, hat die aktuellen Bauplanungen der Berufschulwerkstätten Wiesau, wie sie im Kreisausschuss vorgestellt wurden, abgelehnt. Aus Sicht der Fraktion sei der vorliegende Entwurf weder ökologisch nachhaltig noch technisch ausgereift.

„Es ist unverantwortlich, ein Projekt durchzuwinken, bei dem die Abdichtung in den Überlappungsbereichen der Trapezbleche nicht geklärt ist. Wir riskieren hier bereits nach kurzer Zeit massive Wasserschäden, für die die Gemeinschaft später bezahlen muss.“

Ein zentraler Kritikpunkt ist die geplante Dachbegrünung auf Trapezblechen. Laut den Unterlagen sei in den tiefergelegenen Bereichen ein Aufbau von lediglich sechs Zentimeter vorgesehen. Dies sei technisch nicht sinnvoll, da die geringe Menge an Wasserspeichermaterial nicht ausreiche, um eine dauerhafte Bepflanzung zu gewährleisten. Statt der erhofften ökologischen Aufwertung drohe eine „braune Wüstenlandschaft“, wodurch die intendierten Effekte des Klimaschutzes nicht erreicht würden.

Risiko von Wasserschäden

Neben der biologischen Funktion sieht Schmidt ein erhebliches bautechnisches Risiko. In den Überlappungsbereichen der Trapezblechteile bestehe die Gefahr, dass Wasser eindringt und die Bausubstanz schädigt. Da die verantwortlichen Architekten keinen überzeugenden Lösungsvorschlag präsentiert haben, warnt der Kreisrat vor kostspieligen Wasserschäden, die bereits nach wenigen Jahren auftreten könnten.

„Beton mit einer dünnen Holzschicht zu überziehen, ist klassisches Greenwashing. Wir fordern eine ehrliche und nachhaltige Architektur: Investieren wir die Mehrkosten lieber in echte Naturdämmstoffe statt in eine Fassade, die eine Natürlichkeit nur vorgaukelt.“

Kritik äußerte Schmidt zudem an der geplanten Holzverkleidung der Fassade. Da der Kernbau massiv aus Beton besteht und künstliche Verbundstoffe zur Dämmung eingesetzt werden, bewertet er die Holzoptik als bloße Täuschung über die tatsächliche Bauweise. Die damit verbundenen Mehrkosten stünden in keinem Verhältnis zum tatsächlichen ökologischen Mehrwert. Die Fraktion fordert daher eine Überarbeitung der Planung: Statt Beton lediglich zu verdecken, solle auf echte natürliche Materialien wie beispielsweise Dämmstoffe aus Naturfasern gesetzt werden.

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