
Mitterteich. Auf Einladung des Grünen-Kreisverbandes Tirschenreuth kam die Landesvorsitzende Gisela Sengl in die Oberpfalz. Der Kreisverband hatte eine Teichführung in Kleinsterz beim Fischhof Beer organisiert. Nach der Besichtigung der Teichanlagen fand man sich auf dem Hof der Familie Beer zusammen.
Bei der Besichtigung kam die Rede vor allem auf den „Fressfeind Nummer eins“, den Fischotter. Seit August sei der Abschuss des Fischotters zwar offiziell genehmigt, doch sei vorher wieder eine Aufnahme der Bestände erforderlich, wie Gastgeber Thomas Beer anmerkte. Außerdem werde geprüft, ob der geschädigte Teich zumutbar mit einem Zaun zu schützen sei und vieles mehr. Beer sagte: „Es traut sich keiner Entscheidungen zu treffen, es wird von einem Amt zum anderen verwiesen.“
„Teiche werden regelrecht leer gefressen“
Die hiesigen Teichwirte, deren Teiche regelrecht leer gefressen würden, sähen sich von den Behörden weiterhin benachteiligt. Dazu kämen die Auflagen verschiedener Verbände. „Warum traut sich keiner von CSU und FW dies anzupacken?“, wunderte sich Gisela Sengl über die Vernachlässigung dieses Themas bei den Regierungsparteien. Sie sagte, niemand wolle die Ausrottung von gefährdeten Arten, doch wenn dadurch Existenzen bedroht seien, müsse man handeln. Gerade hier in den bewirtschafteten Flächen finde der Fischotter ein reichhaltiges Angebot.
Das Projekt „Deutschland wieder Otterland“ des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) betrachtet Teichwirt Beer skeptisch. Das Projekt solle die Wiederausbreitung des Fischotters in Deutschland in südwestlicher Richtung begleiten und durch die Wiedervernetzung von Gewässerlandschaften den Erhaltungszustand der Population verbessern. „Warum soll er weiter nach Westen ziehen, wenn er hier einen gedeckten Tisch vorfindet?“, fragt der Teichwirt. Beer lädt das BfN ein, sich vor Ort ein Bild zu machen.

Beer warnte vor einer Verlandung der Flächen, wenn sie von den Teichwirten nicht mehr bewirtschaftet würden; dies werde zu einem weiteren Aussterben von vielen Lebewesen führen. Keiner wolle eine Ausrottung, doch das Verhältnis müsse stimmen. Vorschläge, die Teichanlagen mit Zäunen zu schützen, seien in der Praxis kaum umsetzbar.
Sengl: Gezielte Entnahme unproblematisch
Sengl vertrat die Haltung der bayerischen Grünen, derzufolge eine Abwägung der ökologischen Wertigkeit von Fischotter und Teichwirtschaft notwendig sei. Da der Fischotter vor allem in den Teichgebieten der Oberpfalz eine hohe Bestandsdichte aufweise, sei eine gezielte Entnahme einzelner Individuen unproblematisch und gleichzeitig notwendig.
Die Landesvorsitzende und die Mitglieder des Kreisverbandes Tirschenreuth um Sprecherin Monika Schneider dankten für die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Diskussion. Die von Familie Beer bereitgestellten Köstlichkeiten aus der Region und ein „Karpfentrunk“ rundeten den Besuch ab.
So hat der Regionalsender otv über die Veranstaltung berichtet: direkt zum Beitrag.
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