
Etwa 20 Teilnehmer folgten am 2. Juli der Einladung der Ortsvereine Steinwald und Kemnather Land von Bündnis 90/ Die Grünen und besuchten die Infostelle des Naturparks Steinwald und des Vereins „KulturLandschaft südlicher Steinwald“.
Robert Mertl, der viele Jahre das Artenhilfsprogramm Flussperlmuschel betreute und maßgeblich bei Planung und Bau der Infostelle mitgewirkt hatte, empfing die Gäste und teilte mit ihnen sein großes Wissen über die Grenzmühle, ihr Ökosystem und ihren einzigartigen Schatz, die Flussperlmuschel. Diese gab es einst zu Tausenden in den Gewässern des Steinwaldes. Jetzt ist sie aufgrund schlechter Wasser- und Strukturqualität der Fließgewässer vom Aussterben bedroht und wird mit viel ehrenamtlichem Engagement und wissenschaftlicher Expertise wieder mühevoll aufgepäppelt. Dabei wird auch grenzüberschreitend mit tschechischen Kollegen zusammengearbeitet.
Robert Mertl erklärte den Besuchern die Komplexität der biologischen Zusammenhänge bei der Entwicklung der Flussperlmuschel. Sie reagiert mit seismografischer Empfindlichkeit auf Veränderungen ihres Habitats und ist auf eine gesunde Population der Bachforelle angewiesen, in deren Kiemen ihre winzigen Frühformen, die Glochidien, parasitär leben.
Neben Robert Mertl informierte auch Josef Schmidt die Besucher über die komplexen ökologischen Zusammenhänge auf der Grenzmühle. Er hat 2009 die Grenzmühle gekauft und damit begonnen, naturverträgliche Landnutzung zu betreiben. Er plädiert für eine behutsame, extensive Nutzung der Natur, die den Artenreichtum fördert. Der informative Nachmittag klang bei Kaffee und selbstgebackenen Kuchen auf der Grenzmühle aus, was den Teilnehmern die Gelegenheit gab, ihre Eindrücke noch einmal Revue passieren zu lassen.


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