
Die Neustädter Kreissprecherin Anne Droste zieht für die Grünen im Wahlkreis Weiden als Bundestagsdirektkandidatin in einen kurzen Wahlkampf. Die 57-jährige Intensivkrankenschwester wurde mit 28 von 32 Stimmen im Weidener Ratskeller von den drei Grünen-Kreisverbänden Tirschenreuth, Neustadt/WN und Weiden mit großer Mehrheit nominiert.
Anne Droste, die für die Grünen im Neustädter Kreistag und im Stadtrat Windischeschenbachs sitzt, suchte vor dem Hintergrund der wenige Tage vorher zerbrochenen Ampel-Regierung deutlich zu machen, was diese Koalition in den vergangenen drei Jahren an Positivem auf den Weg gebracht habe: von Millionen für klimaresistente Wälder über das Wachstumsgesetz, das Startchancen-Programm („das größte bildungspolitische Projekt in der Geschichte“) bis zur Energiesicherheit mit immerhin schon 60 Prozent Strom aus Erneuerbaren. „Wir bringen die Energiewende zu den Bürgerinnen und Bürgern“, sagte Droste.
„Zeigen, dass wir den Unterschied machen“
Die Grünen müssen den Worten Drostes zufolge mehr als bisher „selbstbewusst kommunizieren und zeigen, dass wir den Unterschied machen“, denn: „Eines steht fest: Klima-, Umwelt- und Naturschutz und eine zukunftsfähige Wirtschaft gibt es nur mit uns.“
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz
In Zeiten wie diesen seien die Kraft zur Anpassung und der Wille zur Veränderung gefordert – in allen Lebensbereichen. Deutlich machte die Krankenschwester und Ergotherapeutin, wie sehr ihr Klimaschutz als Gesundheitsschutz am Herzen liege. Beides sei untrennbar verbunden. Gleichzeitig sprach sie sich sich klar für eine Reform des Gesundheitswesens als „längst überfälliger Schritt“ aus.
Droste schloss ihre Bewerbungsrede mit einem entschiedenen „Jetzt erst recht“, das sie unter ein aktuelles Zitat der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer setzte, in dem diese warnt: „So hat es damals auch angefangen.“ Es genüge nicht, gegen etwas zu sein, sagte Droste, entscheidend sei, für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft einzutreten, „in der wirklich alle vertreten sind oder Gehör finden“.
Vor Drostes Bewerbungsrede hatte die Tirschenreuther Kreisvorsitzende Monika Schneider die Anwesenden begrüßt. Der Neustädter Kreissprecher Harald Neumann zeigte sich optimistisch für die Bundestagswahl; wörtlich sagte er: „Wir haben die richtigen Konzepte.“
„Immer auch die soziale Frage beantworten“
Die Weidener Kreissprecherin, MdL Laura Weber, warnte vor den Folgen einer zweiten Amtszeit des wiedergewählten US-Präsidenten Donald Trump, eines „Faschisten und Frauenfeindes“, wie sie sagte. Das eindeutige Wahlergebnis zugunsten Trumps mache deutlich, dass „alles passieren kann“, so Weber. Umso wichtiger sei es, sich gut aufzustellen bei Themen wie Klimaschutz, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit. Wie Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck sei die soziale Frage auch ihre eigene Grundlage des politischen Handelns. „Bei allem, was wir machen, müssen wir auch die soziale Frage beantworten“, sagte sie. Denn ohne soziale Gerechtigkeit sei dem Populismus Tür und Tor geöffnet.
Erste Gratulantin Drostes war Grünen-Bezirksrätin Gabriele Bayer, die die Wahl geleitet hatte. Von den 32 abgegebenen Stimmen waren 28 Ja-Stimmen für Droste, zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung und eine ungültige Stimme.



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