
Erbendorf. Die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich irritiert über einen Bericht des OberpfalzECHOS, in dem suggeriert wird, im „Meixenberger Anwesen“ in Erbendorf solle eine Lebensmittelproduktion einziehen. Dabei war der Erwerb des Gebäudes durch den Kunst- und Kulturverein (KUKUVE) Erbendorf längst den Stadtratsfraktionen bekannt – einschließlich der CWL und ihres Bürgermeisterkandidaten Matthias Fütterer.
Wie Fraktionssprecher Josef Schmidt sagt, hatte der KUKUVE bereits eine Einigung mit der Eigentümerin erzielt und die Pläne für ein öffentliches Kunsthaus in einem gemeinsamen Treffen mit den Fraktionssprechern vor wenigen Monaten vorgestellt. „Matthias Fütterer war bei diesem Gespräch anwesend und kannte die Absichten des Vereins“, bestätigte KUKUVE-Vorsitzender David Frischholz unserer Fraktion. „Dass nun kurz vor der Stichwahl eine solche Meldung lanciert wird, wirft Fragen nach der Seriosität des Wahlkampfs auf“, wundert sich Josef Schmidt. Erst am vergangenen Freitag, 13. März 2026, hatte der Verein die Zusage für eine Förderung erhalten, die das Projekt endgültig absichert.
Ehrenamtliche Arbeit des KUKUVE wird untergraben
Die Grünen werfen der CSU/CWL-Fraktion vor, mit der Veröffentlichung die ehrenamtliche Arbeit des KUKUVE zu untergraben. „Ein solches Vorgehen ist nicht nur respektlos gegenüber dem Engagement des Vereins, sondern beschädigt auch das Vertrauen in die politische Kultur unserer Stadt“, erklärt Ortssprecher Fabian Keppler-Stobrawe. „Nach sechs Jahren Intransparenz braucht Erbendorf endlich ein ehrliches Miteinander. Dazu gehört, dass Zusagen auch eingehalten werden.“
Unklar bleibt, warum dem Unternehmer Erdem Cakmak offenbar Versprechungen für das Anwesen gemacht wurden, obwohl die Nutzung des Anwesens längst geklärt war. „Wir werden das Gespräch mit Herrn Cakmak suchen und nach alternativen Lösungen für sein Vorhaben suchen“, kündigt Schmidt an.
Die Grünen appellieren an die Wähler*innen, sich am 22. März 2026 in der Stichwahl für einen fairen und konstruktiven Kurs zu entscheiden. Für den künftigen Bürgermeister scheint es eine schwierige Aufgabe zu werden, alle Fraktionen des neu gewählten Stadtrats für eine gemeinsame, konstruktive Arbeit zu gewinnen, wenn bereits vor der konstituierenden Sitzung im Mai derartiges Misstrauen zu erkennen ist. „Auch mit einem Mandat weniger werden wir uns für Transparenz und Zusammenarbeit einsetzen – vorausgesetzt, andere Fraktionen sind dazu bereit“, so Schmidt.


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